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Feuchtigkeitsschäden durch Nichtbeachtung der Statik

NewsPosted by Ulrich Fuckert Wed, October 05, 2016 17:42:59

Das Gebäude wurde vor ca. 5 Jahren vom jetzigen Besitzer erworben. Er verließ sich auf seinen eigenen Sachverstand. Ein schwerwiegender Fehler wie er anschließend feststellen sollte.

Schon während der Sanierung des Objektes, entdeckte er Dinge die alles andere als „schön“ waren. Bei der Entfernung einer Wandverkleidung wurde eine völlig durchfeuchtete Dämmung sichtbar. Dahinter war der Wandputz bereits stark verrottet und fiel ihm in großen Stücken entgegen.

Nach vielen Überlegungen, entschied sich der Eigentümer mich als Sachverständigen einzuschalten. Im kompletten Außenwandbereich wurden erhöhte Feuchtigkeitswerte festgestellt. Auf der Innenseite der Außenwände wurden nachträglich aufgebrachte Dichtschlämmen sichtbar. Der Vorbesitzer hatte anscheinend versucht die Feuchtigkeitsschäden auf seine Art zu beseitigen. Wie man jetzt feststellen konnte, ohne Erfolg.

Nach der Freilegung des Gebäudes wurde das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar. Die erdangeschütteten Außenwände hatten dem Erddruck nicht standgehalten. Die Schäden sind mit hoher Wahrscheinlichkeit schon während der Baumaßnahme entstanden.

Bei der statischen Berechnung der Kelleraußenwände, wird die Horizontalkraft aus dem Erdreich, der Vertikalkraft aus der Belastung der Decken und der darüberbefindlichen Geschosse gegenübergestellt. Dabei müssen die Vertikalkräfte die Horizontalkräfte „überdrücken“. Ist das nicht der Fall, kommt es zum Schadensfall. Nach Einsicht in die Statik des Gebäudes wurde sehr schnell klar, dass die Berechnungsansätze richtig gewählt wurden.

Da sich oberhalb des massiv gebauten Kellergeschosses eine Fertighauskonstruktion befindet, liegt eine mögliche Schadensursache ggf. darin, dass man das Kellergeschoss bereits nach dessen Fertigstellung mit Erdreich angefüllt hat, um die Fertighauskonstruktion besser montieren zu können. In diesem Zustand befindet sich jedoch nicht die in der Statik zugrunde gelegte vertikale Auflast auf der Außenwand. Die Horizontalkraft wird jedoch mit der Anschüttung sofort eingebracht. Ergebnis: Die Außenwand wird eingedrückt.

Die festzustellenden Feuchtigkeitsschäden der waren somit nur die Spitze des Eisbergs.


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